Literacy-Bereich 6

Identität, Sicherheit und Gesundheit

Die Zahl der menschlichen Aktivitäten, die auf digitaler Technologie beruhen, ist exponentiell gestiegen. Gleichzeitig sind Computer immer kleiner geworden, die Kosten gesunken, und die Bedienung einfacher geworden. Digitale Geräte sind für alle zugänglich geworden. Darüber hinaus ist der mobile Internetzugang in vielen Ländern der Welt allgegenwärtig geworden.

Um Informationen über das Internet zu verbreiten und auszutauschen und um auf Online-Dienste zugreifen zu können, ist in den meisten Fällen eine Identifikation («Log-in») erforderlich. So steigt die Anzahl von persönlichen Accounts stetig an, und die saubere Verwaltung der eigenen Zugangsdaten ist zu einer zentralen Herausforderung geworden.

Ausserdem bieten viele Web-Plattformen die Möglichkeit, Informationen über die eigene Person zu verbreiten und zu speichern. Diese Informationen werden in individuellen, manchmal öffentlich zugänglichen «Profilen» gesammelt.

Infolge dieser Transformationen ist die individuelle Online-Präsenz zu einem zentralen Merkmal des digitalen Multimedia-Zeitalters geworden. Darüber hinaus scheint permanente digitale Verfügbarkeit und Erreichbarkeit zur neuen gesellschaftlichen Norm zu werden, was Ablenkung und Überlastung verursachen kann.

Kompetenz im Bereich digitale Identität, Sicherheit und Gesundheit bedeutet demnach, ein Bewusstsein für die Vor- und Nachteile von permanenter Erreichbarkeit, Online-Präsenz und digitaler Teilhabe zu haben. Dies betrifft die Identität, den guten Ruf, die Privatsphäre, das Privateingentum, Gesundheit und Nachhaltigkeit sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene.

Diese Fragen von Identität, Sicherheit und Gesundheit betreffen alle Bereiche der digitalen Transformation.


In der Praxis ist Kompetenz im Bereich Identität und Sicherheit die Fähigkeit,

  • eine positive digitale Identität oder Identitäten zu entwickeln und zu verbreiten;
  • den digitalen guten Ruf (individuell, für eine Gruppe oder eine Organisation) über eine Reihe von Plattformen zu verwalten;
  • digitale Profile und andere Identitätswerte wie Leistungsnachweise zu erstellen und zu pflegen;
  • die Auswirkungen von Online-Aktivitäten zu überprüfen;
  • personenbezogene Materialien in unterschiedlichen Netzwerken zu verwalten;
  • in digitalen Umgebungen sicher und verantwortungsbewusst zu handeln.

In der Praxis ist Kompetenz in den Bereichen Gesundheit und Nachhaltigkeit die Fähigkeit,

  • auf die eigene Gesundheit, Sicherheit, Beziehungen und Work-Life-Balance in digitalen Umgebungen zu achten;
  • digitale Hilfsmittel bei der Verfolgung persönlicher Ziele (z. B. Gesundheit und Fitness) zu nutzen und an sozialen und gemeinschaftlichen Aktivitäten teilzunehmen;
  • zu verhandeln und Konflikte zu lösen;
  • mit digitaler Arbeitsbelastung, Überlastung und Ablenkung zurechtzukommen;
  • bei der Verwendung digitaler Werkzeuge mit Rücksicht auf die menschliche und natürliche Umwelt zu handeln.
    Kompetenzrahmen Deutsch

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    Rechtliche Hinweise

    Die oben stehende Beschreibung der genannten Kompetenz ist eine Adaption des «Digital Capabilities Framework» der Britischen Organisation JISC. Die Adaption wurde vom Team Bildungstechnologien der Universität Basel im Rahmen des Projekts «Digital Literacies» realisiert.

    Der Text steht unter der Creative-Commons-Lizenz «Attribution-Non-Commercial-ShareAlike» (CC BY-NC-SA). Mehr Information erhalten Sie auf der Website der Creative Commons Foundation.